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Meiste

Ortswappen von Meiste

Die mögliche bislang früheste Ersterwähnung dieser Ortschaft als Mestete in einer Urkunde des Papstes Eugen III. von 1146 zu Besitzungen des Paderborner Benediktinerklosters Abdinghof ist wissenschaftlich noch nicht abgesichert. Gleiches gilt für die analoge Bestätigung von Papst Lucius III. von 1183. Zudem könnte es sich in beiden Fällen hierbei auch um die ca. 2 km westl. von Meiste gelegene namensähnliche Siedlung Meeste handeln, die im Spätmittelalter wüst gefallen ist. Als umstritten muss ebenfalls ein angeblicher schriftlicher Nachweis Meistes von 1191 gelten, da es sich hierbei um eine Urkundenrekonstruktion von 1651 handelt, deren Echtheit teilweise als nicht authentisch angesehen werden kann.
Sicher ist jedoch die Erwähnung des Ritters Erpo von Miste in einer Urkunde von 1238 des Rüthener Burgmannes Johann von Padberg.*
Aus diesem Grund wurde auch das überlieferte ritterliche Adlerwappen Ende des 20. Jh. als Ortswappen übernommen.

Zum Dorf gehörte seit Jahrhunderten die große und waldreiche Mister Mark, die ab ca. 1520 zum wichtigsten Gemarkungsteil der Stadt Rüthen wurde, welche auch die Einwohnerschaft des Ortes als sogen. Stadtdorf in ihren Rechts- und Untertanenverband einbezog.

Nach dem Ergebnis archäologischer Untersuchungen wurde die erste Kirche in Meiste um 1200 erbaut, von der der romanische Turm erhalten blieb. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zum Kirchspiel Altenrüthen wurde das Meister Gotteshaus ab 1518 wieder Mittelpunkt einer eigenen Pfarrei. 1735 erstellte man ein neues Kirchenschiff, das 1910 eine Ausmalung im neubarocken Stil bekam, während die übrige Ausstattung noch dem 18. Jh. entstammt. Aus moralisierenden Zeitmotiven heraus wurde der uralte Name Miste 1911 offiziell gegen Meiste ausgetauscht. Zu herausragender wirtschaftlicher Bedeutung für den Ort wie auch für den Raum Rüthen hat sich ein dort mehr als 50 Jahre ansässiger mittelständischer Betrieb der Holzverarbeitenden Industrie entwickelt.

*) Vgl.:

  • Westf. Urkundenbuch (WUB) Bd. V Nr. 54 S. 20 u. Nr. 141 S. 54
  • Schreiben v. Dr. Michael Flöer a.d. Landesarchiv NW/Abt. Westf. (Dr. Jens Heckl) u.a.d. Stadtarchiv Rüthen v. 05.01.2018
  • Bockhorst, W., Maron, W. (Hg.), Geschichte der Stadt Rüthen, Paderborn 2000, S. 118
  • Flöer, Michael, Korsmeier, Maria Claudia; Die Ortsnamen des Kreises Soest, Bielefeld 2009, S. 310f u. 312ff (Westf. Ortsnamenbuch/WOB Bd. I)
Ansicht von Meiste
Kirche St. Ursula


375 Einwohner (Stand 31.12.2014)

Höhenlage ca. 340 - 400 m über NN

Öffentliche und private Einrichtungen: Kindergarten, Schützenhalle, Kath. Pfarrheim.

Internetseite der Ortschaft Meiste

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