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Zimmermanns- und Schreinerzunft noch heute aktiv

Zunftzeichen der Zimmermanns- und Schreinerzunft

Eine der sehr wenigen noch heute in Deutschland aktiven Vereinigungen aus der längst vergangenen Zeit der städtischen Zünfte, Ämter und Gilden stellt die Rüthener Zunft der Zimmerleute und Schreiner von 1717 dar.

Alljährlich am 19. März, dem Namenstag ihres Schutzpatrons St. Josef, lassen die der Zunft angehörigen Meister in der Stadt Rüthen die Arbeit ruhen. Nach einem feierlichen Festhochamt für die Lebenden und Verstorbenen dieser alten Vereinigung finden sich auf Einladung des Amtsknechts die Zunftmitglieder – zur Zeit sind es 13 selbständige Zimmermanns- und Schreinermeister in Rüthen – beim amtierenden Richtmann zusammen.
Dort wird zunächst die Vollständigkeit der alten, wertvollen Traditionsunterlagen (u. a. die Gründungsprivilegien, Siegelstempel und Amtsbücher) in der Zunftlade überprüft. Nach einem gemeinsamen Frühstück werden von den anwesenden Meistern Meinungen und Fragen zur Zunftgeschichte, vor allem aber auch zur aktuellen Lage und voraussichtlichen Weiterentwicklung des Handwerks erörtert sowie der zukünftige Richtmann und Amtsknecht bestimmt.
Der alte Richtmann hat in diesem Rahmen seine übers Jahr gemachten Aufzeichnungen zu wichtigen Ereignissen in der Zunft, Stadt und Bürgerschaft zu verlesen.

In dieser in Deutschland äußerst selten gewordenen Form haben sich in der Rüthener Zimmermanns- und Schreinerzunft ungebrochene handwerkliche Brauchtumspflege und gegenwartsbezogene Betriebs- und Wirtschaftsbedürfnisse über alle Zeitströmungen hinweg in harmonischer Weise miteinander verbunden und dauerhaft erhalten.