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Die Rüdenburg bei Rüthen

Rüthener Stadtmodell 1790
Rüthener Stadtmodell 1790, Bereich der Burg

Die schnelle und ungestörte Entwicklung der Stadt, vor allem soweit sie auch die Befestigungsanlagen betraf, ist ohne Zweifel im wesentlichen der Burgmannschaft auf der Rüdenburg, den waffengeübten Rittern, welche wohl zunächst auch dort wohnten, zu verdanken.

Im Jahre 1200 hatte sich Erzbischof Adolf I. verpflichtet, eine Burg nur mit Zustimmung der Grafen von Arnsberg zu bauen. Im Jahre 1217 ist die Burg bereits da, die spätere Rüdenburg. Sie lag westwärts, etwa 150 Meter von dem nach ihr benannten Burgtor der Stadt entfernt, hoch auf steil abfallender Bergnase, schützend der Stadt vorgelagert. Durch hohen Wall und tiefen Graben von der Stadt getrennt, gelangte man durch ein Tor in das Burginnere, welches von einer Mauer mit Bergfried umschlossen war. Im Zentrum lag das mächtige im Jahre 1225 erbaute Palatium = Hauptgebäude. Ebenfalls war ein eigener Burgbrunnen angelegt, nachweisbar ist auch die Burgkapelle, 1248 gebaut, dem hl. Georg geweiht und von einem Burgkaplan betreut. Vermutlich an der Burgmauer standen die Burgmannshäuser mit den Stallungen. Um 1370 wurde aber die Burg bereits aufgegeben. Von den Gebäuden verfiel eins nach dem anderen, auch die Kapelle, und im Jahre 1622 brannte der Rest ab. Der Burgplatz ging in das Eigentum der Stadt über. Lange Zeit diente der Turmrest der Schützenbrüderschaft als Schießstand. Seit 1826 Friedhof, ist heute der historische Burgplatz, welcher vormals ein Schauplatz mittelalterlichen Ritterlebens war, eine Ruhestätte für die Toten geworden.